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    So viel Arbeit steckt hinter deinem Turnierfoto #1

    1000 667 Chrissi VE Fotografie

    Glaubt nicht, dass das Drücken des Auslösers alles ist, was zu einem herausragenden Turnierfoto gehört. Die Turnierfotografie erfordert ein hohes Maß an Durchhaltevermögen, Engagement, Konzentration, Zeitmanagement und Übersicht über alle Geschehnisse auf einem Turnier selbst.

    Die Vorbereitungen im Vorfeld

    Planung, Planung, Planung

    Alles beginnt mit akribischer Planung: Wo findet das Turnier statt? Welche Gegebenheiten herrschen dort? Gibt es einen großen Turnierplatz oder eine dunkle Halle? Welches Equipment ist notwendig? Über wie viele Tage erstreckt sich das Event, wann starten die ersten Prüfungen und wann die letzten? Wie komme ich hin und zurück? Suche ich mir bei mehrtägigen Veranstaltungen eine Unterkunft in der Nähe? Wer ist mein Ansprechpartner vor Ort?

    Arbeitsabläufe

    Abhängig davon, ob ich hauptsächlich für die Teilnehmer oder für den Veranstalter eines Turniers fotografiere, ist es sinnvoll, wenn ich bestimmte Dateien, Ordnerstrukturen auf meiner Festplatte oder Workflows bereits vorab erstelle oder bereit lege. Dazu gehört auch die entsprechende Vorbereitung des Online-Shops zum Beispiel. Nach dem Turnier warten alle Teilnehmer gespannt auf Ihre Fotos. Daher ist es hilfreich, schon vor Beginn des Turniers sicherzustellen, dass die Bilder im Anschluss schnellstmöglich online gehen können und ohne Probleme gekauft werden können.

    Werbung auf Social Media und vor Ort

    Das Marketing ist entscheidend, um die Teilnehmer frühzeitig zu erreichen. Per Instagram (und ggf. Facebook) Beiträge, Storys oder Reels sollen möglichst viele Teilnehmer die Information bekommen, dass ich vor Ort fotografiere und sie diese Bilder nach dem Turnier kaufen können. So haben die Teilnehmer auch die Möglichkeit, mich über ihre Teilnahme zu informieren, woraufhin ich eine Liste mit Interessenten für ein paar tolle Turnierfotos erstellen kann. Zum einen erhöht das die Möglichkeit erheblich, dass ich Bilder von diesen Reitern mache und zum anderen hilft es mir, den Fokus bewusst auf diese Reiter legen zu können.

    Im besten Fall setzt man aber nicht nur auf eine Art der Werbung (Online oder Print), sondern auf beides. Dementsprechend gestalte ich für die meisten Turniere auch ein Handout / Plakat, welches die Teilnehmer und deren TTs, Familienmitglieder oder Freunde auf mich und meine Bilder aufmerksam machen soll. Wichtig sind natürlich auch Visitenkarten, die auf dem Turnier ausgelegt oder verteilt werden können.

    Das Fotografieren auf dem Turnier

    Der Morgen des Turniertags

    Der Tag des Turniers ist ein Marathon. Da die Turniertage morgens oft früh beginnen, ist es ratsam, bereits am Vortag alles Nötige zu packen und bereit zu legen. Equipment, Unterlagen, Kleidung, ggf. Proviant und etwas zu trinken. Aber die Prüfungen an einem Turniertag fangen nicht nur früh an, sondern dauern auch bis zu 10 Stunden oder länger. Daher ist ausreichender Schlaf vor dem Turnier wichtig, damit genug Energie für einen langen und anstrengenden Tag vorhanden ist.

    Aber beginnen wir am Anfang des Tages. In der Regel komme ich 30 Minuten vor Beginn der ersten Prüfung an. Besonders, wenn es der erste Turniertag des Turniers ist. So habe ich ausreichend Zeit, um die verantwortlichen Personen vor Ort zu begrüßen, mein Equipment vorzubereiten, ggf. einen kleinen Arbeitsplatz einzurichten, die Visitenkarten und Plakate aufzuhängen und zu verteilen und mich etwas auf dem Turniergelände umzusehen.

    Die Prüfungen und der Schlüssel zum tollen Turnierfoto

    Dann ist es soweit – die Prüfungen beginnen und somit auch der wichtigste Teil meiner Arbeit. Um ein gutes Turnierfoto fotografieren zu können, gilt es nun, individuell für jede Prüfung die beste Position am Turnierplatz zu finden. Entscheidend für die beste Position am Platz ist die Abfolge der Lektion in der Dressur oder der Parcours im Springen oder im Gelände. In der Dressur sind Bilder von Trab und Galopp Verstärkungen oder der hohen Versammlung besonders beliebt. Im Springen und im Gelände freuen sich die Teilnehmer über Bilder über dem Sprung, die leicht von vorne oder der Seite fotografiert sind oder über dynamische Bilder zwischen den Sprüngen. Disziplin unabhängig kommen emotionale Bilder nach einem gelungenen Ritt auch immer sehr gut an.

    Doch einen guten Spot zum Fotografieren zu finden ist leichter gesagt, als oft getan. Besonders wenn ich als Fotografin noch weitere „Ansprüche“ an ein Turnierfoto habe. Dazu gehört zum Beispiel ein möglichst ruhiger Hintergrund ohne störende, vom Motiv ablenkende Objekte. Aber auch das Licht ist ein ganz wichtiger Faktor für schöne Bilder. Das Fotografieren mit der Sonne ist in der Regel die “Save Option”. Da kann die Kamera die schnellen Motive am besten scharfstellen. Gegenlicht schafft eine tolle Stimmung im Bild, macht es der Kamera aber bedeutend schwerer, ein schnelles Motiv zu fokussieren.

    Volle Konzentration, Aufmerksamkeit und viel Durchhaltevermögen

    So ein Turniertag ist sehr lang und anstrengend. Teilweise stehe ich bis zu 10 Stunden oder länger auf einem Turnier. Und das mit voller Konzentration während der Prüfungen, um im Minutentakt Teilnehmer für Teilnehmer bestmöglich zu fotografieren. “Stehen” ist hier auch wörtlich zu nehmen, denn der Zeitplan ist oft so eng, dass selbst zwischen den Prüfungen gerade einmal knapp Zeit ist, um den Kamera-Akku oder die Speicherkarte zu tauschen und einen schluck Wasser zu trinken bevor ich mich dann 5 – 10 Minuten vor der nächsten Prüfung schon wieder an meinen „Fotografen Platz“ begebe.

    Hat euch der Beitrag bis hier hin gefallen? Die Fortsetzung findet ihr in Teil 2.

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